Fritz and Rose – Präzision und Handarbeit
Bei dem Schmuck- und Accessoires Label Fritz and Rose wird Metall wie Papier gefaltet. Wunderschöner, spezieller aber tragbarer Schmuck – „Made in Germany“.
Es gibt Menschen, die man einfach in keine Schublade stecken kann. Dazu zähle ich Tanja Bülter. Tanja ist Moderatorin, Redakteurin, Bloggerin, Podcasterin, Coach, Mutter und weiß, wie man ein gutes Netzwerk pflegt.
Das blonde Energiebündel hat so viel Interessantes zu erzählen, dass es quasi unmöglich war, sie in einem Beitrag abzufrühstücken. Deswegen habe ich mich für eine dreiteilige Interview-Serie mit verschiedenen Schwerpunkten entschieden. So werden euch keine wertvollen und motivierenden Informationen vorenthalten.
Im ersten Teil unserer Serie verrät uns Powerfrau Tanja Bülter, wie sie zum Fernsehen und zur Moderation kam, warum Kolumbien dabei eine entscheidende Rolle gespielt hat und wie sie persönlich mit Lampenfieber umgeht.
Tanja Bülter: Das war wirklich ein spannender Weg. Und ich kann dir auch noch verraten, dass ich sogar zwei Semester auf Lehramt studiert habe. Mein Vater meinte immer, das wäre ein sicherer Beruf. Damit kannst du nichts falsch machen, wirst verbeamtet, verdienst ordentlich und hast viel Urlaub. Das waren natürlich gute Argumente und ich habe mich brav gefügt. Nebenbei habe ich allerdings zusätzlich viele Praktika gemacht. Eines bei der Zeitung, weil ich schon immer gerne schreiben wollte. Nach diesem Praktikum habe ich gemerkt, dass Journalismus das ist, was mich fasziniert.
Also habe ich mich mit einem Publizistik-Professor unterhalten und der hat gesagt, um Journalistin zu werden, braucht man kein Publizistik-Studium. Sprachen sind wertvoll und beispielsweise Politik, um sich ein Basiswissen aufzubauen. Und genau so habe ich das dann auch gemacht. Ich habe meine Studienfächer gewechselt in Französisch, Spanisch, Wirtschaftspolitik und Politik. Den Magister abgeschlossen und während des Studiums brav viele Praktika absolviert.
Tanja Bülter: Ich wollte eher das Grundwissen haben. Aber natürlich habe ich mich dafür interessiert. Jedoch war mir schon relativ schnell klar, dass ich mich mehr für Boulevard-Themen interessiere. Und das habe ich auch tollerweise in meinem Volontariat bei der RTL Medien Gruppe rausgefunden. Ich durfte hier überall mal reinschnuppern. Ich war bei den Nachrichten, beim Nachtjournal, aber auch bei Exklusiv und Explosiv und da habe ich gemerkt: diese leichte Schreibweise geht mir ganz gut von der Hand. Und da bin ich dann auch geblieben.
Tanja Bülter: Irre, es ist total verrückt. Es war einfach überwältigend in New York ein paar Monate arbeiten zu dürfen. Ich konnte die Sprache vernünftig lernen und in einer anderen Sprache tatsächlich Interviews zu führen – das war etwas, was ich noch nie so gemacht hatte. Aber Sprachen fallen mir relativ leicht, deswegen bin ich schnell reingekommen. Was auch verrückt ist, dass das Studio von RTL in New York ganz Amerika und teilweise auch Südamerika abdeckt. Und dann war es tatsächlich so, dass ich unglaublich viel durch dieses Land geflogen bin, alle möglichen Geschichten gedreht habe und unter anderem auch aufgrund meiner Spanischkenntnisse ins Erdbebengebiet nach Kolumbiengeschickt wurde. Das war wirklich ein sehr prägendes Erlebnis. Es war im Nachhinein gesehen natürlich die knallharte Schule, da arbeitet man rund um die Uhr und beliefert alle Sendungen.
Dort habe ich meinen ersten Aufsager machen dürfen. Wir waren nur mit zwei Reporterndort und so etwas muss wahnsinnig schnell gehen und vor allem auch funktionieren. So habe ich gemerkt, dass ich auch unter größtem Druck gut arbeiten kann und einen kühlen Kopf bewahre.
Tanja Bülter: Ich habe keine Angst, aber Erschütterung gespürt. Aber ich war dort auch nicht alleine, ich hatte den besten Kameramann an meiner Seite. Den haben sie mir gegeben als kleine Reporterin oder Neuanfängerin und dafür war ich sehr dankbar. Für mich war es erschreckend dieses Elend zu sehen, vor allem tote Menschen. Das war wirklich fürchterlich, auf die Begegnung mit dem Tod war ich nicht vorbereitet, falls man das überhaupt sein kann. Im Nachhinein bin ich allerdings dankbar für die Erfahrung. Diese Menschen in Trauer zu sehen und daran teilzunehmen hat mich sehr geprägt. Ich solchen Situationen lernt man vieles zu schätzen. Zum Beispiel was für ein Glück wir haben in Deutschland. Ich glaube, wir haben das damals als Team ganz gut hinbekommen. Danach wusste ich aber auch, ich will kein Krisenreporter werden.
Tanja Bülter: Ich finde es wahnsinnig spannend mich immer wieder auf neue Menschen in ganz kurzer Zeit einstellen zu müssen. Und mich fast täglich mit neuen Themen zu beschäftigen, weil Boulevard heißt ja nicht nur VIP-Welt, sondern da hängt viel mehr dran. Dazu gehört Beauty, Fashion, Food, einfach alles. Und sich da in relativ kurzer Zeit drauf einzustellen und einzulesen, sich schlau zu machen, das finde ich toll. Das ist quasi tägliches Gehirnjogging.
Tanja Bülter: Ich bin kein Mensch für ruhige Stunden. Also in mir brennen tausend Feuer. Das ist auch der Grund, warum ich mich mit dem einen Job nicht zufriedengebe, sondern überall ein bisschen mitmische und meine Fühler ausstrecke. Deswegen kann ich ad hoc gar nicht so richtig sagen was ich sonst machen würde. Ich hatte mal überlegt Touristik zu studieren, weil es mich immer in fremde Länder zieht. Ich habe ja auch gerade eine Weltreise gemacht und das ist zum Beispiel etwas, was ich mir immer hätte vorstellen können. Aber am Ende des Tages bin ich total glücklich mit dem, was ich habe und das war ein Volltreffer.
Tanja Bülter: Ich hatte das nie vor. Mein Plan war nie „ich will vor die Kamera“, sondern „ich will Journalistin sein“ und tatsächlich war es so, dass ich im Volontariat ein Moderationsangebot hatte. Das habe ich allerdings ausgeschlagen, weil ich gesagt habe „Nee, dann werde ich so schnell abgestempelt als kleines Blondie, die jetzt ganz jung von der Mattscheibe lächelt.“. Es war mir wichtig erstmal auf eigenen Füßen zu stehen. Ich habe in Berlin den Boulevardbereich aufgebaut, als Redakteurin und Reporterin quasi das Netzwerk für das Studio erstellt. Und dann war es relativ schnell klar, dass es gewisse Moderationsaufgaben gibt und es wurde dann in Köln beschlossen, dass ich das machen kann. Und so habe ich es versucht und es hat richtig Spaß gemacht.
Tanja Bülter: Nicht immer, meistens schon. Das ist anders als bei anderen Sendern, wo es ja Sprecher gibt, die tatsächlich nur vorlesen. Das soll jetzt gar nicht abwertend gemeint sein, aber bei uns ist es in der Regel so, dass die Moderatoren mit in der Redaktion sitzen, den Tag mit aufbauen, wissen was passiert und nicht nur reinkommen und eine vorgefertigte Moderation finden und ablesen, so ist es nicht.
Tanja Bülter: Das kam parallel. Ich habe ein Coaching bekommen vom Sender, aber vieles war einfach Learning by Doing.
Tanja Bülter: Ich glaube, der Weg über ein Praktikum ist immer der beste. Reinschnüffeln und schauen, ob es einem liegt ist das A und O. Letztendlich kannst du im Studium nicht wissen, was dich in der Arbeitswelt erwartet. Ich meine diese paar Prozente die mir jetzt noch was nutzen aus meinem Studium, das ist ja letztendlich nur der Schein, den man in der Hand hat, der Abschluss. Praktische Erfahrung ist wirklich die wichtigste von allem.
Tanja Bülter: Beim Fernsehen nicht. Ich habe ein süßes Format „Mein erster Job“, das integriert bei unsererm Mittagsmagazin Punkt 12 läuft. Da geh ich mit Promis in ihre erlernten Berufe. Das macht mir Spaß und da habe ich kein Lampenfieber mehr. Wo ich noch manchmal Lampenfieber habe, ist bei Eventmoderationen. Da stehe ich dann manchmal vor mehreren tausend Menschen für große Firmen und moderiere Vertriebsevents, Kundenevents, Marketingevents, manchmal auch auf englisch und da habe ich schon Lampenfieber.
Tanja Bülter: Das ist der Wahnsinn und die mögen das, wenn da jemand hinkommt der ein gewisses Backgroundwissen und eine gewisse Erfahrung mitbringt, aber auf der anderen Seite auch eine gewisse Lockerheit. Und das beschert mir immer wieder ganz gute Jobs. Ich war letzte Woche in Mannheim, habe für eine Bank moderiert, direkt danach ein politisches Panel, was ganz witzig war und übernächste Woche ist es die Eröffnung eines großen Luxushotels. Diese Abwechslung finde ich halt auch so toll. Das ist es ja, was es ausmacht.
Tanja Bülter: Ich habe eine Coaching-Ausbildung gemacht. Allein dadurch weiß ich schon ganz viel.
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