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Außergewöhnliches

Die Stapelstein-GründerInnen Hannah und Stephan im Interview

von Hannah
Eine Frau und ein Mann die beide das Unternehmen Stapelstein gegründet haben

Revolution des Spielens: Wie Stapelstein Bewegung und Kreativität neu definiert

In einer Welt, in der digitale Unterhaltung dominiert, setzt das Unternehmen Stapelstein auf Minimalismus, Bewegung und kreatives Spiel. Gegründet von Hannah König und Stephan Schenk, entstand die Idee aus einem pädagogischen Umfeld und der Beobachtung, dass Kindern oft die Möglichkeit zur freien Bewegung fehlt. Das Ergebnis: ein vielseitiges Spiel- und Bewegungskonzept, das Kinder inspiriert und Erwachsene begeistert. Im Interview sprechen die Stapelstein Gründer über ihre Vision, Herausforderungen und den nachhaltigen Erfolg ihres Unternehmens.

Overview: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Stapelstein zu entwickeln, und was war eure ursprüngliche Vision? 

Stapelstein GründerIn: Das familiäre Umfeld – vor allem das von Stephan- ist von Pädagog:innen geprägt. Während seines Designstudiums beschäftigte er sich intensiv mit pädagogischen Fragen und es wurde klar, dass einem grundlegenden Bedürfnis der Kinder zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird: Dem natürlichen Bewegungsdrang. So haben wir begonnen, nach einfachen Lösungen zu suchen, die innerhalb der bestehenden Lebenswelten Bewegungsreize schaffen. 

O: In einer Welt voller digitaler Spielzeuge setzt ihr auf Minimalismus und Kreativität – was hat euch zu diesem Ansatz bewogen? 

Stapelstein GründerIn: Rollen, balancieren, sitzen, befüllen, verstecken, trommeln transportieren, stapeln  – Stapelstein Elemente animieren gerade durch ihre schlichte offene Form zum endlosen Spiel aller Art. Es gibt zu viele starre Gegenstände wie etwa Stühle und Tische. Wie soll da Bewegungslust aufkommen? Wandelbare Objekte hingegen ermutigen zur situationsgerechten Veränderung des Raums und motivieren dazu, sich selbst zu bewegen. Es geht nicht darum, noch mehr “Spielzeug” zur Kompensation von starren Lebenswelten zu schaffen sondern darum, Gegenstände, Möbel und vor allem auch die grundlegende Architektur bewegungsfreundlicher und offen zu gestalten. 

O: Gab es einen Moment, in dem ihr wusstet, dass eure Idee erfolgreich sein würde? 

Stapelstein GründerIn: Für mich war es bei dem ersten Videodreh mit den noch damaligen einfachen Papp-Prototypen klar. Es war für mich unglaublich faszinierend zu beobachten, wie die beiden unterschiedlich alten Geschwister-Kinder in einer sehr sterilen unnatürlichen Umgebung – einer weißen Hohlkehle – stundenlang fantasievoll mit den Stapelstein Elementen gespielt haben. Ab diesem magischen Moment wusste ich, dass die Idee funktioniert und Kinder jederzeit und überall zu spielerischer Bewegung animiert werden. 

O: Die Produktion und Vermarktung eines physischen Produkts bringt viele Herausforderungen mit sich. Was war für euch die größte Hürde, und wie habt ihr sie gemeistert? 

Stapelstein GründerIn: Die lange suche nach der passenden Partnerschaft für die Produktion hat sich gelohnt. Unsere Produktion bei Chemnitz zeichnet denselben Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanspruch aus und deckt für uns auch die vollständige Logistik ab. Wir hatten von Anfang an ein tolles Verhältnis und haben auch am Anfang, als es noch sehr kleine Mengen waren, sehr faire Konditionen bekommen. So sind wir miteinander gewachsen – und das stets basierend auf einem sehr vertrauensvollen und transparenten Austausch.  

O: Euer Geschäftsmodell setzt stark auf das Thema Bewegung und kindliche Entwicklung. Wie integriert ihr wissenschaftliche Erkenntnisse in die Weiterentwicklung eurer Produkte? 

Stapelstein GründerIn: Wir haben das Produkt von Anfang an dort entwickelt und getestet, wo wir die meisten Erkenntnisse und die besten Studien finden konnten – direkt in den Kitas, in steter Abstimmung mit pädagogischen Fachkräften und natürlich mit den Kindern. Zudem haben wir alles gelesen, recherchiert und zusammengetragen, was es zu dem Thema gibt. So entstand Stapelstein aus dem Zusammenspiel wissenschaftlicher Erhebungen in Kombination mit ganz praktischen Beobachtungen im Alltag. Diese beiden Faktoren begleiten uns bei jeder neuen Idee. 

O: Stapelstein hat sich zu einem riesigen Erfolg entwickelt. Wie habt ihr den Start finanziert, und wie hat sich eure Strategie mit dem Wachstum verändert? 

Stapelstein GründerIn: Ursprünglich gab es einen Gesellschafterkreis, der den Start mit dem ersten Herstellungswerkzeug mitfinanziert hat. Stapelstein ist seit Mai 2022 ein Unternehmen in Verantwortungseigentum und verpflichtet sich dazu, die Prinzipien der Selbstbestimmung und der Vermögensbindung, von Purpose zu leben. Das bedeutet: Entscheidungen liegen bei aktiven UnternehmerInnen, Gewinne bleiben im Unternehmen und können nicht für persönliche Zwecke entnommen werden, und das Unternehmen kann weder verkauft noch vererbt werden. Dieser Schritt war für uns sehr wichtig, weil diese Form unsere Werte widerspiegelt und den Purpose in den Mittelpunkt stellt. 

O: Wie hat sich eure Finanzierungsstrategie seit der Gründung entwickelt, insbesondere im Hinblick auf Investoren, die eure Werte teilen?  

Stapelstein GründerIn: Um die Transformation ins Verantwortungseigentum zu schaffen haben wir unsere damaligen Investor:innen teuer ausgekauft. Dieser Schritt war sehr kostenintensiv und gleichzeitig so wichtig für uns. Denn wie können wir als Marke für freies Spiel stehen, wenn wir selbst nicht frei sind? Diese Freiheit bewahren wir uns und haben aktuell mit Purpose Evergreen Capital Investoren, die keine Stimmrechte haben und eine gedeckelte Dividende. Es ist großartig zu erleben, wie sich die Partnerschaft zu Investoren ins positive verändert hat: Reportings sind zum wertvollen Austausch geworden und 100 % Transparenz auch mit all den Fehlentscheidungen hilft uns schneller zu lernen und uns weiterzuentwickeln.   

O: Welche Rolle spielt euer familiärer Hintergrund in der Pädagogik bei euren finanziellen Entscheidungen und der Unternehmensführung? 

Stapelstein GründerIn: Stephan und ich schenken sehr schnell Vertrauen und glauben an das Gute im Menschen. Ich denke diese Eigenschaft hilft uns, vom Wissen anderer zu lernen. Wir haben mit vielen Unternehmer:innen ein freundschaftliches Verhältnis, teilen sehr transparent unsere Themen und bekommen deshalb auch Vertrauen im Sinne von Wissen und Ratschlägen zurück geschenkt. Das Modell überträgt sich auf unsere holakratisch strukturierte Organisationsform. Personen bei Stapelstein arbeiten mit einem hohen Autonomie Anteil, treffen eigenständig Entscheidungen und können an der größeren Unternehmensausrichtung partizipieren. 

O: Inwieweit beeinflusst euer Engagement für Nachhaltigkeit eure Preisgestaltung und Gewinnmargen? 

Stapelstein GründerIn: Stapelstein Elemente werden in Deutschland gefertigt. So können wir sicherstellen, dass ein faires Arbeitsumfeld herrscht. Uns ist es wichtig, dass alle an der Wertschöpfung beteiligten Personen Zeit für ihre Familien haben, fair bezahlt werden und mit uns gemeinsam an unserer Vision mit Freude arbeiten. Durch den modularen Systemcharakter lädt Stapelstein dazu ein, die Produkte Stück für Stück zu kaufen, sodass ein niedrigschwelliger Einstieg möglich ist. Der funktionsoffene, altersübergreifende und zeitlose Charakter der Stapelstein Produkte ermöglicht den langjährigen Einsatz, wodurch sich die einmalige Investition relativiert. 
Außerdem versuchen unseren Umwelt- und Klimaimpact bestmöglich zu reduzieren und zu vermeiden. In Bereichen, in denen das für uns als produzierendes Unternehmen nicht weiter möglich ist, kompensieren wir unseren CO2-Fußabdruck. 

O: Welche Rolle spielt Social Media in eurer Marketingstrategie, und wie wichtig ist Community-Feedback für euch? 

Stapelstein GründerIn: Die ersten Jahre haben wir kaum aktiv Stapelstein beworben, sondern den Fokus auf den Aufbau unserer eigenen Kommunikationskanäle und Beziehungen zu Influencer:innen und Handelspartner:innen gelegt. Über Social Media konnten wir die Vielfalt von Stapelstein mit Hilfe unserer Community authentisch sichtbar machen. Das Feedback aus der Community und der Austausch mit unseren Kund:Innen ist für uns von großer Bedeutung und sehr wertvoll. 

O: Was ist eure langfristige Vision für Stapelstein? Gibt es neue Produkte oder Projekte, die ihr in der Pipeline habt? 

Stapelstein GründerIn: Gerade haben wir ein ganz neues Produkt gelauncht, das unser Portfolio um ein neues Feld erweitert: die Stapelstein Mat! Ob die ersten Krabbelversuche, dynamisches Spielen und Bewegen, intensive Workouts oder entspanntes Yoga – die Mat macht aus deinem Boden einen Lieblingsplatz. Ende Februar wird zudem noch der Fokus verstärkt auf unserem Stapelstein Original Grow liegen, der sich besonders als vielseitiger Hocker eignet, denn dynamisches Sitzen in alle Familien zu bringen, ist eine unserer größten Visionen. 

O: Welche Lektion aus der Zeit als Gründer würdet ihr heute an andere weitergeben, die ebenfalls ein Start-up im Bereich Spielzeug oder Bildung gründen wollen? 

Stapelstein GründerIn: Mein Rat ist, sich nicht nur an der Spiel- und Bildungsbranche zu orientieren, sondern Inspiration auch aus anderen Bereichen wie Interior, Fitness oder Fashion zu integrieren. 

O: Wie geht ihr mir euren persönlichen Finanzen um? In was investiert ihr außerhalb des eigenen Business?  

Stapelstein GründerIn: Zwischen uns, innerhalb unserer Familie und engstem Freundeskreis, sind wir sehr offen mit unseren Finanzen und glauben daran, dass möglichst viel geteilt werden kann. Stephan investiert vorwiegend in Designobjekte, mein Geld fließt weitestgehend in unsere kleine Landwirtschaft. 

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